Der Ortsbeirat 2 wird weiblicher

Frankfurter Rundschau vom 18. März 2016

Ortsbeirat wird weiblicher

 Von JOHANNES VETTER
 

Acht Frauen gehören seit der Kommunalwahl dem Ortsbeirat 2 an. Dass sind doppelt so viele wie in der vergangenen Legislaturperiode.

Drei Dinge fallen auf am Wahlergebnis für den Ortsbeirat 2: Die CDU verliert etwa halb so viele Prozentpunkte wie auf Stadtebene. Ein Pirat zieht in den Ortsbeirat ein; die Piratenpartei ist in keinem anderen Stadtteilparlament vertreten. Und: Das Gremium wird weiblicher. Statt vier sind nun acht der 19 Ortsbeiratsmitglieder Frauen.

 Auch die Männerrunde der CDU ist passé. Von der einst sechsköpfigen Fraktion sind nur drei in das neue Stadtteilparlament gewählt (Axel Kaufmann, Christian Zeller und Christian Loose). Dazu kommen Suzanne Turré und Katrin Müller-Walde. Einen Sitz verliert die Partei. Allerdings: In Prozentpunkten ist der Stimmenverlust der CDU im Ortsbeirat nur halb so groß wie im Stadtparlament. Die Partei erhielt 2011 in beiden Gremien rund 30,5 Prozent der Stimmen. Im Ortsbeirat verlor sie nur drei, im Stadtparlament sechs Prozentpunkte. Hingegen weichen die relativen Gewinne und Verluste bei SPD, FDP, Linken und Grünen nicht deutlich von denen auf Stadtebene ab.

Der SPD-Spitzenkandidat Martin Völker führt das gute Ergebnis seiner Partei im Kuhwald auf Peter Scheurich zurück. Scheurich ist der amtierende SPD-Fraktionsvorsitzende und setzte sich in den vergangenen Jahren sehr für den Kuhwald ein. Auch dem neuen Ortsbeirat wird er angehören. Die drei anderen SPD-Vetreter Svenja Stork, Martin Frankowski und Völker, sind neu im Stadtteilparlament.
 

Bockenheim bleibt eine Grünen-Hochburg. Nur im Nordend ist der Anteil der Grünen-Wähler höher. 2011 hatten sie mit 32 Prozent am meisten Stimmen auf sich vereint. Diesmal sind es nur noch 20,1 Prozent – und zwei Sitze weniger. Die Neue in der Grünen-Fraktion heißt Elisa Hörhager. Die Mittzwanzigerin aus Bockenheim wird im Ortsbeirat neben Edeltraut Damerow, Thomas Gutmann und Elke Schug sitzen.

Hochburg der FDP ist das Westend. Die Liberalen erhielten dort stadtweit den höchsten Stimmenanteil. Damit konnte die FDP ihren Stimmenanteil im Ortsbezirk fast verdoppeln. Er habe mit so einer Steigerung nicht gerechnet, sagt Günter Pelke, der bereits von 1997 bis 2011 für die FDP im Ortsbeirat saß. Mit Maria-Christina Nimmerfroh bildet der 61-Jährige künftig ein Team. Für die Linke ist Hans-Jürgen Hammelmann wiedergewählt. Margret Heym-Schmitt, Sozialarbeiterin in Altersteilzeit, kommt neu für die Linken hinzu. Die Bürger für Frankfurt (BFF) sind weiterhin mit Knut Emmert im Gremium vertreten.

Und dann ist da noch der Pirat. Er heißt Jürgen Erkmann, ist 47 Jahre alt und von Beruf Datenschutzberater. Ja, er sei überrascht, sagt der ehemalige Vorsitzende der Piratenpartei Hessen, aber auch enttäuscht wegen der geringen Wahlbeteiligung von nur 40,5 Prozent. Er will sich für mehr direkte Einflussmöglichkeiten der Bürger einsetzen, etwa für das Konzept „Open Antrag“. Damit, so Erkmann, könnten Bürger selbst Anträge schreiben und sie in den Ortsbeirat einbringen.

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