Besuch der Erinnerungsstätte Frankfurter Großmarkthalle

Erinnerungsstätte Frankfurter Großmarkthalle

Besuch der Erinnerungsstätte an Frankfurter Großmarkthalle macht die Massendeportationen von Juden unter den Nationalsozialisten erfahrbar

Die CDU Westend organisierte mit dem Jüdischen Museum eine Führung durch die nur teilweise öffentlich zugängliche Gedenkstätte an der Europäischen Zentralbank. Sie erinnert eindrücklich an die Deportationen von 10.000 jüdischen Mitbürgern zwischen 1941 und 1945 in Konzentrationslager u. a. nach Ausschwitz und Treblinka. Dieses Mahnmal an der Frankfurter Großmarkthalle wurde erst 70 Jahre nach Kriegsende im November 2015 eröffnet.

Zentraler Bestandteil des künstlerischen Konzepts der Stätte sei, den Weg der jüdischen Frauen, Männer und Kinder aus der Stadt zur Großmarkthalle und zu den Transportzügen nachzuzeichnen, erläuterte der eigens für die Veranstaltung angereiste Architekt Herr Kaiser vom Architekturbüro KatzKaiser. An die Ereignisse jener Zeit erinnern u.a. ein nicht-öffentlich zugänglicher 400m² großer Keller, in dem bis zu 1.000 Menschen gleichzeitig über viele Stunden bei kaum vorhandenem Tageslicht festgehalten wurden, der Rampenraum, das Stellwerk, der Fußgängerweg sowie die sanierten Gleisfragmente.

„Ich weiß nicht, was vor mir liegt, vielleicht ist das gut so.“ (Ernst Ludwig Oswalt, 1942). Dieses Zitat sowie weitere Zitate von Opfern und Zeitzeugen vermitteln in bedrückender Intensität die Vorgänge der Deportationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Dabei ist es den Architekten gelungen, den Charakter der Beiläufigkeit der nach Kriegsende zunächst im Alltag und Marktbetrieb der Großmarkthalle versunkenen Stätte zu bewahren.

Die sich wechselseitig ergänzenden Erläuterungen von Herrn Steinmetz vom Jüdischen Museum und vom Architekt Herrn Kaiser zu den historischen Geschehnissen sowie zur Baugeschichte machten den Besuch dieser ergreifenden Stätte zu einer ganz besonderen Veranstaltung. Sie trägt dazu bei, die Erinnerung an diesen traurigen Teil  der nach dem Krieg vielfach ausgeblendeten Geschichte zu erhalten. 

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